Faszien – was ist das genau?

 

Verklebte Faszien – Ursache vieler Beschwerden

Das Faszientraining. Früher meist hauptsächlich von gegen Cellulite angewandt, wird es heute immer beliebter, da nach und nach die wirklichen Hintergründe und Vorteile erkannt werden. Das Faszien Thema ist doch relativ komplex, deshalb ist es unabdingbar etwas tiefer in die Marterie einzusteigen. 

 

Was sind Faszien überhaupt?

Faszien durchziehen unseren gesamten Körper. Das Fasziengewebe ist ein netzartiges, äußerst stabiles und dehnbares Geflecht, das alle inneren Organe, Muskeln und Knochen umhüllt. Das Fasziengewebe ist für einige wichtige Aufgaben verantwortlich.

Zum Einen sorgt das Fasziengewebe dafür, dass alles an seinem Platz bleibt und ordentlich zusammenhängt. Trotzdem ermöglicht das Fasziengewebe den inneren Organen, sich notfalls zu verschieben. Andererseits würden wichtige Funktionen wie das Atmen oder die Verdauung überhaupt nicht funktionieren. Schwangerschaften wären ebenso nicht möglich. Denn bei einer Schwangerschaft werden die Organe sprichtwörtlich zur Seite geschoben, damit das Baby Platz hat. Dabei dient das Fasziengewebe nicht nur als Platzordner, sondern vor Allem auch als Schutzpanzer. Das Fasziengeflecht sorgt dafür, dass die Organe sich nicht gegenseitig zerquetschen.

Das Aufgabenfeld der Faszien ist aber noch größer. So dient das Fasziengewebe aufgrund seiner starken Fähigkeit, Flüssigkeit zu binden, als körpereigener Wasserspeicher. Weiterhin sind sie dafür verantwortlich, die Muskulatur mit Flüssigkeit und Nährstoffen zu versorgen. Auch auf die Beweglichkeit des Körpers haben Faszien großen Einfluss.

Es lässt sich festhalten, dass Faszien einen sehr großen Einfluss auf unseren Organismus haben und nicht nur mit Cellulite in Verbindung stehen. Vor Allem unser Bewegungsapparat und unsere Leistungsfähigkeit profitieren stark von gesunden Faszien. Deshalb sollte ein spezielles Faszientraining stets ergänzend zur Mannschaftssportart, Leichtathletik oder dem Fitnesstraining zuhause absolviert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Faszien verkleben.

 

Folgen verklebter Faszien

Sind Faszien verklebt, können sie viele ihrer wichtigen Funktionen nur noch eingeschränkt ausüben. Das hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Eine besonders häufige Folge verklebter Faszien sind Muskel- und Gelenkbeschwerden aller Art.

Sind Faszien verklebt oder verhärtet, verlieren sie an Zugkraft und Flexibilität. Das hat wiederum direkten Einfluss auf die Bewegungsfähigkeit der betroffenen Muskelfasern. Zudem können Nervenbahnen, die durch das Fasziengewebe führen, eingeengt werden, was zu Schmerzen führen kann. Einem Schmerz, der auf dem Röntgenbild nicht zu erkennen ist. So sind beispielsweise Rückenschmerzen, die nicht auf die Bandscheibe zurückzuführen sind, nicht selten durch verklebte Faszien ausgelöst.

 

Ursachen verklebter Faszien

Die Ursachen verklebter Faszien sind meist leicht festzumachen. Bewegungsmangel ist dabei ein großer Faktor. Damit Faszien stabil und dehnbar bleiben, brauchen sie Bewegung. Aus diesem Grund haben Personen, die berufsbedingt viel am Schreibtisch sitzen, oftmals Verspannungen in Nacken und Schulter. Der Grund sind verklebte Faszien.

Ein weiterer Faktor, der zu Verklebungen der Faszien führen kann, ist Stress. Stress führt zu emotionalen Spannungen und einem Ungleichgewicht der Hormone. Dieses Ungleichgewicht bringt die Faszien in Spannung. Ist der Stresszustand vorüber, entspannen sich die Faszien allerdings wieder. Anders sieht es bei chronischem Stress aus. Da sind die Faszien dauerhaft angespannt. Resultierend daraus verlieren sie mit der Zeit an Flexibilität. Sie verhärten. Unbeweglichkeit, Verspannungen und Schmerzen sind die Folge.

Weiterhin kann die Lymphflussfähigkeit durch verklebte Faszien beeinträchtigt werden. Der Lymphfluss ist verantwortlich dafür, dass wichtige Nährstoffe zu den Zellen gefördert werden. Gleichzeitig befördert der Lymphfluss Abfallstoffe aus dem Organismus. Der Lymphfluss wird hauptsächlich durch Bewegung der Muskulatur auf Trap gehalten. Besteht nun eine länger andauernde Muskelverspannung aufgrund verklebter Faszien, wird der Lymphfluss stark beeinträchtigt und Zellen nicht mehr optimal versorgt.

Verklebte Faszien sind also zusammenfassend kein Zuckerschlecken und sollten dringend behandelt werden.

 

Verklebte Faszien selbst lösen

Durch gezieltes Faszientraining und einigen grundlegenden Dingen, die beachtet werden sollten, kann jeder seine verklebten Faszien auch selbst lösen.

Am besten wäre es natürlich, zunächst einmal die Ursachen zu entdecken und auszuschalten. Da Bewegungsmangel ein häufiger Trigger von Faszienverklebungen ist, sollten Sie sich viel bewegen und längere Haltungen in einer Position vermeiden. Planen Sie bei Schreibtischarbeit nach jeder Stunde mindesten 5-10 Minuten ein, in denen Sie einfach durch den Raum laufen. Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist natürlich ideal.

Stress gilt es so gut es geht zu vermeiden. Oder aktiv zu bekämpfen. Gönnen Sie sich bewusste, regelmäßige Ruhepausen. Yoga kann dabei sehr hilfreich sein! Soviel zur Bekämpfung der Ursachen.

Faszien können durch Selbstmassage gelöst werden. Dafür wird eine Faszien Rolle benötigt. Eine Faszienrolle ist eine harte Schaumstoffrolle. Es gibt sie in verschiedenen Härtegräden. Die Faustregel ist – lieber zu hart als zu weich.

Um die Faszien zu lösen, rollen Sie einfach mit der betroffenen Partie langsam und kontrolliert über die Rolle. Sie werden dabei irgendwann einen Punkt entdecken, der besonders schmerzt. Auf diesen gilt es sich zu konzentrieren und solange darüber zu rollen, bis der Schmerz weg ist bzw. die Faszien frei.

Faszientraining mit der Faszienrolle eignet sich übrigens auch hervorragend als Warm Up für das Krafttraining. Durch das Bearbeiten der Muskelpartien mit der Rolle werden diese geschmeidiger und beweglicher. Das ermöglicht größere Bewegungsradien beim Muskeltraining.