Fingernägel kauen – besonders bei Jugendlichen weit verbreitet

Nie wieder Nägel kauen

Jeder hat in seinem Umfeld schon einmal abgekaute Fingernägel bemerkt. Was sind das für Menschen und was steckt dahinter?
In den meisten Fällen handelt es sich um junge Menschen, bei denen Fingernägel kauen einfach nur eine schlechte Angewohnheit ist. Dabei knabbern sie an den Nägeln, schlucken die abgebissenen Nagelstücke herunter oder spucken sie aus. Hautstückchen, die vom Knabbern an den Fingerkuppen her rühren, werden ebenfalls so vernichtet. Das kann schnell zu einer zwanghaften Angelegenheit werden, dennoch ist Nägelkauen nicht als Krankheit oder Symptom zu bezeichnen. Erwachsene knabbern nicht nur aus Gewohnheit, sondern auch aufgrund von Stress, Nervosität oder Verhaltensstörungen an ihren Fingernägeln. Das sieht nicht schön aus, die Fingernägel wirken ungepflegt und schreien nach Pediküre. Den Verletzungen, die diese Menschen sich dabei selber zufügen folgen Blutungen, Entzündungen oder Fehlbildungen der Fingernägel. Die Verkürzung der Nagelplatte des Fingernagels ist eine weitere mögliche Folge. 

Interview mit Professor Steffen Moritz

Wie ist diesen Menschen zu helfen?

Nägelkauen ist eine Eigenart, die sich abgewöhnen lässt. Dazu bieten sich verschiedene, individuelle Lösungen und Hilfsmittel an: 
Bei Kindern helfen Tinkturen, welche auf die Fingernägel gepinselt werden. Diese Mittel sind gesundheitlich unbedenklich, schmecken fürchterlich und das Kind nimmt schnell Abstand vom Fingernagelkauen. 

Motorisch zweckmäßige Betätigungen sind bei außerordentlich hyperaktiven oder ungestümen Nagelkauern ratsam. Regelmäßiger Sport baut die überschüssige Energie ab und lenkt die Person vom Knabbern ab. Entspannungsübungen helfen bei vielen Beschwerden und Lastern. Sie lindern Ängste und Langeweile, entspannen Geist und Seele und helfen mit Ablenkung. Naturliebende Menschen schwören auf homöopatische Mittel, wie zum Beispiel der Einsatz Bachblüten. Um sich über Motive und Hintergründe des Nagelbeißens zu informieren und lästige Verhaltensweisen abzulegen, bietet ein E-Book Ratgeber ausgiebige Auskünfte. Der Autor Tim Dettmer nennt in seinem Buch „Befreien Sie sich! Endlich das Nägelkauen abgewöhnen“ die theoretischen Sichtweisen des Nägelbeißens und erklärt aussichtsreiche, bewährte und praktische Methoden zum Abgewöhnen, die jeder mühelos durchführen kann. Ein Arztbesuch ist nicht zwingend erforderlich, wenn die nägelkauende Person sich nicht allein dabei verletzt. Um negative Gewohnheiten loszuwerden sollten oben aufgeführte Möglichkeiten hilfreich sein, im anderen Fall ist die ärztliche Untersuchung auf eine eventuell tiefergehende Persönlichkeitsstörung anzuraten. Der Arzt rät dann zu einer Therapie, die dem Patienten Anstöße gibt, die zu Hause weiter zu verarbeiten sind.

 

Fazit
Fingernägel kauen ist nur eine schlechte Angewohnheit, die nicht als Krankheit gilt. Durch Eigeninitiative, unterstützt mit den verschiedenen genannten Maßnahmen, sind optische und physische Folgen zu verhindern. Welche Maßnahme die Passende ist, findet man am Besten beim Ausprobieren heraus. Auf jeden Fall ist es die Mühe wert und die Fingernägel sind sehenswerter.